Batterie morgens leer obwohl das Auto die Nacht stand – klassischer Ruhestrom-Fehler. Diagnose ist systematisch durchführbar.
Was ist Ruhestrom?
Normaler Ruhestrom: Moderne Fahrzeuge verbrauchen im Stand ca. 20–50 mA (Milliampere). Steuergeräte, Uhr, Alarmanlage, Speicher-Funktionen halten eine minimale Versorgung aufrecht.
Erhöhter Ruhestrom: Über 80–100 mA über mehrere Stunden führt zu messbarem Kapazitätsverlust. Bei 100 mA Dauerlast: 60-Ah-Batterie nach ca. 25 Tagen vollständig entladen.
Messung mit Strommessgerät
Messung an der Batterie: Multimeter in Reihe (Ampere-Messbereich) zwischen Minuspol und Massekabel. Wichtig: Türen schließen, alle Verbraucher ausschalten, ca. 10–15 Minuten warten bis alle Steuergeräte in den Sleep-Modus gehen.
Bei erhöhtem Wert: Sicherungen einzeln ziehen bis Strom sinkt. Damit wird der Stromkreis mit dem fehlerhaften Verbraucher isoliert.
Häufige Verursacher
- SAM-Modul (Mercedes): Signalerfassungsmodul bleibt aktiv wenn Kontakte korrodiert oder Relais klebt
- BCM/SAM (VW): Body Control Module schläft nicht korrekt ein
- Infotainment-Steuergerät: Bleibt aktiv wenn Update-Prozess unterbrochen oder OTA-Verbindung aufgebaut
- Nachrüstgeräte: Radar-Detektor, Dashcam, OBD2-Dongle ohne Schlafmodus
Was OBD2-Dongles dauerhaft verursachen
Günstige OBD2-Dongles (Bluetooth/WLAN) kommunizieren permanent und verhindern dass das Fahrzeug in den Schlafmodus geht. Ruhestrom-Steigerung von 50 mA auf 200+ mA möglich. Lösung: Dongle abziehen wenn Fahrzeug steht oder Gerät mit Auto-Sleep-Funktion kaufen.
Batterie wiederholt leer? Fahrzeug und Symptom per WhatsApp – wir messen Ruhestrom und isolieren den Verursacher.