„GL-5 ist besser als GL-4” – diese Aussage stimmt für Hinterachsgetriebe, aber sie kann Ihr Schaltgetriebe beschädigen.
Warum GL-4 und GL-5 nicht austauschbar sind
Die API-Klassifikation GL-4 und GL-5 unterscheidet sich im Gehalt an Extrem-Druck-Additiven (EP-Additiven). Diese enthalten Schwefelverbindungen die unter hohen Drücken chemische Schutzschichten auf Metalloberflächen bilden.
GL-5 enthält deutlich mehr dieser Schwefelverbindungen. Bei Hypoid-Getrieben (Hinterachse) ist das sinnvoll: dort herrschen extrem hohe Flächenpressungen zwischen den Zahnrädern.
Schaltgetriebe haben jedoch Synchronringe aus Messing oder Molybdän-Stahl. Diese reagieren mit den Schwefelverbindungen in GL-5: Die Additive greifen die Synchronring-Oberfläche an, reduzieren den Reibwert und verschlechtern das Schaltgefühl.
Konkrete Empfehlungen
VW-Gruppe Schaltgetriebe (02A, MQ200, MQ350): VW G050 171 A2 oder gleichwertig GL-4/GL-4+. Niemals GL-5.
BMW Schaltgetriebe (GS5-39DZ, GS6-17BG): BMW MTF-LT-5 (spezielle Formulierung). GL-5 ausdrücklich nicht zulässig.
Mercedes Schaltgetriebe: Mercedes 75W-90 (A000 989 45 02). Speziell auf Synchronring-Schonung ausgelegt.
Viskosität – warum 75W-90 oft besser als 80W-90 ist
75W-90 hat bei niedrigen Temperaturen eine geringere Viskosität als 80W-90. Das erleichtert das Einlegen der Gänge im Kaltstart. Bei warmen Getrieben: beide Viskositäten praktisch gleichwertig.
Für mitteleuropäisches Klima ist 75W-90 für Schaltgetriebe meistens die bessere Wahl – sofern der Hersteller diese Viskosität freigibt.
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