AU durchgefallen – und jetzt?
Die Abgasuntersuchung (AU) ist Bestandteil der Hauptuntersuchung und prüft, ob Ihr Fahrzeug die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte einhält. Werden diese Grenzwerte überschritten, ist die HU nicht bestanden – und Sie haben in der Regel vier Wochen Zeit für die Nachuntersuchung.
Bei KFZ Dietrich führen wir die AU über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV) durch. Die Hauptuntersuchung erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra. Wenn die AU-Werte erhöht sind, analysieren wir die Ursache – und prüfen, ob eine H2-Motorreinigung die Werte in den zulässigen Bereich bringen kann.
Was die AU-Messwerte bedeuten
Bei der Abgasuntersuchung werden je nach Motortyp unterschiedliche Schadstoffe gemessen:
Benziner (Otto-Motor)
CO (Kohlenmonoxid): Entsteht bei unvollständiger Verbrennung. Grenzwert bei geregeltem Kat: 0,3 Vol.-% (erhöhte Leerlaufdrehzahl) bzw. 0,2 Vol.-% (je nach Baujahr). Erhöhte CO-Werte deuten auf ein zu fettes Gemisch oder mangelhafte Verbrennung hin.
HC (Kohlenwasserstoffe): Unverbrannte Kraftstoffanteile. Kein eigener Grenzwert bei der AU, aber ein wichtiger Indikator für die Verbrennungsqualität. Starke HC-Erhöhung kann auf defekte Zündkerzen, undichte Injektoren oder verkokte Brennräume hinweisen.
Lambda (Luftzahl): Muss zwischen 0,97 und 1,03 liegen (bei erhöhter Leerlaufdrehzahl). Abweichungen zeigen Gemischprobleme – Lambdasonde, Luftmassenmesser oder Einspritzung.
Diesel
Trübungswert (k-Wert): Misst die Partikelmasse im Abgas in m⁻¹. Der Grenzwert variiert je nach Baujahr und Abgasnorm – von 2,5 m⁻¹ (Euro 1) bis 0,2 m⁻¹ (Euro 6 mit DPF). Erhöhte Trübung deutet auf defekte Injektoren, DPF-Probleme oder allgemeine Verkokung hin.
Ursachen erhöhter Abgaswerte
Bevor eine H2-Reinigung sinnvoll eingesetzt werden kann, muss die Ursache der erhöhten Werte identifiziert werden. Wir unterscheiden zwischen reinigungsfähigen und nicht reinigungsfähigen Ursachen:
H2-Reinigung kann helfen bei:
- Verkokte Brennräume: Kohlenstoffablagerungen im Brennraum verändern das Verdichtungsverhältnis und stören die Verbrennung. Die H2-Reinigung löst diese Ablagerungen thermisch und chemisch.
- Verkokte Einlassventile (Direkteinspritzer): Reduzierter Querschnitt führt zu schlechterer Zylinderfüllung und unvollständiger Verbrennung.
- Zugesetztes AGR-System: Ein verkoktes AGR-Ventil verändert die Abgasrückführungsrate unkontrolliert und verschlechtert die Verbrennung.
- Teilbeladener DPF (Diesel): Erhöhter Gegendruck verschlechtert den Ladungswechsel und damit die Verbrennung.
- Verkokte Lambdasonde: Ablagerungen auf dem Sensorelement verfälschen das Signal und führen zu falscher Gemischregelung.
H2-Reinigung hilft NICHT bei:
- Defekter Katalysator: Ein thermisch geschädigter oder mechanisch zerstörter Kat muss getauscht werden.
- Defekte Injektoren: Undichte oder falsch sprühende Einspritzdüsen erfordern Austausch oder Instandsetzung.
- Verschlissene Zündkerzen/Zündspulen: Mechanische Verschleißteile müssen ersetzt werden.
- Defekte Lambdasonde: Eine elektrisch defekte Sonde muss getauscht werden.
- Mechanische Motorschäden: Ventilspiel, Kompression, Kolbenringe – hier ist die H2-Reinigung wirkungslos.
Unser Vorgehen: Diagnose vor Reinigung
Bei einem Fahrzeug mit nicht bestandener AU gehen wir systematisch vor:
Schritt 1 – Fehlerspeicher auslesen: Mit dem Herstellerdiagnosesystem prüfen wir, ob abgasrelevante Fehlercodes vorliegen. Diese geben oft bereits den entscheidenden Hinweis auf die Ursache.
Schritt 2 – Komponentenprüfung: Zündkerzen, Injektoren, Lambdasonden, Katalysator und DPF werden auf Funktion geprüft. Defekte Bauteile müssen vor einer Reinigung ersetzt werden – sonst wäre die Reinigung wirkungslos.
Schritt 3 – Abgaswerte dokumentieren: Wir messen die AU-Werte vor der Reinigung und dokumentieren sie als Ausgangsbasis.
Schritt 4 – H2-Reinigung durchführen: 60 bis 90 Minuten Behandlung bei laufendem Motor. Während der Reinigung beobachten wir die Live-Daten des Motorsteuergeräts.
Schritt 5 – Kontrollmessung: Direkt nach der Reinigung messen wir die Abgaswerte erneut. Die Vorher-Nachher-Dokumentation erhalten Sie als Beleg.
Auf unserer Kostenseite finden Sie die Konditionen für Diagnose und Reinigung.
Praxisbeispiel: Golf 7 1.6 TDI – AU nicht bestanden
Ein Golf 7 mit 1.6 TDI und 127.000 km, überwiegend im Stadtverkehr bewegt. Bei der AU wurde ein Trübungswert von 0,48 m⁻¹ gemessen – der Grenzwert für Euro 6 liegt bei 0,2 m⁻¹.
Die Diagnose ergab: Keine defekten Komponenten, DPF mit erhöhtem Gegendruck, AGR-Ventil mit eingeschränktem Stellweg. Typisches Kurzstreckenprofil.
Nach 90 Minuten H2-Reinigung und einer anschließenden Regenerationsfahrt auf der Autobahn:
- Trübungswert vorher: 0,48 m⁻¹
- Trübungswert nachher: 0,11 m⁻¹
- Grenzwert Euro 6: 0,20 m⁻¹
Die AU wurde bei der Nachprüfung ohne Beanstandung bestanden. Gesamtkosten: ein Bruchteil dessen, was ein DPF-Austausch gekostet hätte.
Ehrliche Beratung: Nicht immer reicht die Reinigung
Wir sind Ihnen gegenüber transparent. Wenn unsere Diagnose ergibt, dass die erhöhten Abgaswerte auf defekte Komponenten zurückzuführen sind, empfehlen wir die notwendige Reparatur – nicht die Reinigung. Eine H2-Reinigung bei einem defekten Katalysator wäre herausgeworfenes Geld, und das sagen wir Ihnen auch.
Unser Ziel ist eine nachhaltige Lösung: Ihr Fahrzeug soll nicht nur die nächste AU bestehen, sondern dauerhaft saubere Abgaswerte liefern. Das erreichen wir durch die Kombination aus fachgerechter Diagnose, gezielter Reinigung und – wo nötig – der Instandsetzung defekter Bauteile.
Vorsorge: AU-Probleme vermeiden
Die beste Strategie ist, es gar nicht erst zur kritischen AU kommen zu lassen. Regelmäßige H2-Reinigungen halten die Verbrennungsqualität auf einem hohen Niveau. Wir empfehlen: Lassen Sie Ihr Fahrzeug etwa sechs bis acht Wochen vor dem HU-Termin zur Inspektion. So bleibt ausreichend Zeit, eventuelle Probleme zu erkennen und zu beheben – entspannt und ohne Zeitdruck.