Frühjahr: Wenn Winter und HU zusammentreffen
Jedes Frühjahr wiederholt sich das gleiche Muster: Die Temperaturen steigen, die Sommerreifen stehen bereit – und auf dem Schreibtisch liegt die Erinnerung an die fällige Hauptuntersuchung. Für viele Fahrzeughalter ist das Frühjahr die HU-Saison. Statistische Erhebungen des TÜV zeigen, dass rund 30 Prozent aller Hauptuntersuchungen im Zeitraum März bis Mai stattfinden.
Was viele Fahrzeughalter nicht bedenken: Der Winterbetrieb hat direkte Auswirkungen auf die Abgaswerte. Die Monate November bis März sind für Verbrennungsmotoren eine besondere Belastung – und genau diese Belastung zeigt sich bei der Abgasuntersuchung.
Warum der Winter die Abgaswerte verschlechtert
Mehrere Faktoren wirken im Winterbetrieb zusammen:
Vermehrter Kurzstreckenbetrieb
In den kalten Monaten steigt der Anteil an Kurzstreckenfahrten. Der Weg zum Bäcker, zur Schule, zum Einkaufen – Strecken unter fünf Kilometern, bei denen der Motor seine Betriebstemperatur nicht erreicht. Ein kalter Motor verbrennt den Kraftstoff unvollständig. Die Folge: Kohlenstoffablagerungen im Brennraum, an den Einlassventilen, im AGR-System und im Abgastrakt nehmen zu.
Bei Dieselfahrzeugen kommt ein weiteres Problem hinzu: Der Dieselpartikelfilter benötigt Temperaturen von über 600 °C für die Regeneration. Diese Temperaturen werden im Kurzstreckenbetrieb nicht erreicht. Der Filter belädt sich über den Winter, ohne sich zu reinigen. Ein hochbeladener DPF erhöht den Abgasgegendruck und verschlechtert die Verbrennungsqualität zusätzlich.
Niedrige Außentemperaturen
Kalte Ansaugluft ist dichter und enthält mehr Sauerstoff pro Volumeneinheit. Das Motorsteuergerät kompensiert durch eine angereicherte Gemischzusammensetzung – insbesondere in der Warmlaufphase. Dieses fettere Gemisch führt zu höheren Rohemissionen. Bei einem Motor, der bereits Ablagerungen aufweist, verstärkt sich dieser Effekt.
Kondenswasserbildung
Im kalten Motor bildet sich Kondenswasser im Abgastrakt. Dieses Wasser kann Rußpartikel binden und an den Wandungen des Auspuffsystems anlagern. Über die Wintermonate baut sich eine Schicht aus feuchtem Ruß auf, die den Abgasfluss behindert und bei der AU-Messung zu erhöhten Werten führt.
Winterkraftstoff
Winterdiesel enthält Additive zur Verbesserung der Kältefließfähigkeit. Diese Additive können die Verbrennungscharakteristik leicht verändern und bei einigen Motortypen zu einer geringfügig höheren Rußbildung beitragen.
Die AU-Relevanz: Welche Werte gemessen werden
Bei der Abgasuntersuchung werden je nach Kraftstoffart unterschiedliche Parameter geprüft:
Dieselfahrzeuge: Messung des Trübungskoeffizienten (Opazität) bei freier Beschleunigung. Der Grenzwert für Euro-6-Fahrzeuge liegt bei 0,7 m⁻¹. Für Euro-5-Fahrzeuge gilt ebenfalls 0,7 m⁻¹, ältere Normen erlauben höhere Werte.
Benzinfahrzeuge: Messung von CO (Kohlenmonoxid) und Lambda-Wert bei Leerlauf und erhöhter Drehzahl. Der CO-Grenzwert liegt für Fahrzeuge mit geregeltem Katalysator bei 0,3 Prozent (Leerlauf) beziehungsweise 0,2 Prozent (erhöhte Drehzahl).
Ein Motor, der im Sommer mühelos innerhalb der Grenzwerte liegt, kann nach einem Winter mit überwiegendem Kurzstreckenbetrieb an seine Grenzen stoßen. Nicht weil ein Defekt vorliegt, sondern weil sich die Ablagerungen der letzten Monate aufsummiert haben.
H2-Reinigung als gezielte AU-Vorbereitung
Die Wasserstoff-Motorreinigung ist in diesem Kontext ein präzises Werkzeug: Sie entfernt genau die Ablagerungen, die während des Winterbetriebs entstanden sind, ohne dass Bauteile demontiert werden müssen.
Der Ablauf bei KFZ Dietrich:
Schritt 1: Ausgangsmessung. Wir messen die AU-relevanten Abgaswerte unter den gleichen Bedingungen wie bei der offiziellen Prüfung. So erhalten Sie eine klare Aussage: Besteht Ihr Fahrzeug die AU im aktuellen Zustand oder nicht?
Schritt 2: Diagnose. Falls die Werte erhöht sind, prüfen wir mit herstellerspezifischer Diagnosetechnik, ob die Ursache in Ablagerungen liegt oder ob ein technischer Defekt vorliegt. Dieser Schritt ist entscheidend – denn eine H2-Reinigung behebt keine mechanischen Probleme.
Schritt 3: H2-Behandlung. Bei bestätigten Ablagerungen führen wir die Reinigung durch. Dauer: 45 bis 60 Minuten bei laufendem Motor.
Schritt 4: Probefahrt. Eine Fahrt von 20 bis 30 Minuten bei moderater Last hilft, gelöste Partikel durch das System zu spülen. Bei Dieselfahrzeugen initiieren wir bei Bedarf eine DPF-Regeneration.
Schritt 5: Kontrollmessung. Erneute Abgasmessung unter identischen Bedingungen. Die Differenz zwischen Vorher und Nachher dokumentieren wir im Messprotokoll.
Frühjahrscheck und H2-Reinigung kombinieren
Das Frühjahr ist der natürliche Zeitpunkt für eine umfassende Fahrzeuginspektion. Der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen, die Kontrolle der Bremsanlage nach den salzbelasteten Monaten, die Prüfung aller Flüssigkeitsstände und der Scheibenwischeranlage – diese Maßnahmen stehen ohnehin an.
Die Kombination mit einer H2-Reinigung und AU-Vorbereitung spart Ihnen einen separaten Werkstatttermin. Statt das Fahrzeug zweimal zu bringen – einmal für den Reifenwechsel und einmal für die HU – erledigen wir beides in einem Durchgang.
Der Ablauf in der Praxis: Sie bringen Ihr Fahrzeug morgens zu uns. Während wir die Reifen wechseln und den Frühjahrscheck durchführen, läuft parallel die H2-Behandlung. Die Abgasmessung erfolgt im Anschluss. Am Nachmittag erhalten Sie Ihr Fahrzeug mit frischen Sommerreifen, einem geprüften Gesamtzustand und dem Nachweis, dass die AU-Werte im Normalbereich liegen.
Die HU selbst: Unsere Partner
Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.
Wenn Sie Ihr Fahrzeug vor der HU bei uns vorbereiten lassen, können wir den HU-Termin direkt in unserer Werkstatt koordinieren. Der Prüfingenieur kommt zu uns – Sie sparen den zusätzlichen Weg zur Prüfstelle.
Jetzt Termin planen
Die Frühjahrs-HU-Saison hat begonnen. Wer seinen Termin frühzeitig plant, vermeidet Engpässe und kann die H2-Reinigung optimal mit dem Saisonwechsel verbinden. Kontaktieren Sie uns telefonisch oder per WhatsApp – wir finden den passenden Termin für Ihr Fahrzeug.
Bei KFZ Dietrich erhalten Sie Messwerte statt Vermutungen. Und die Gewissheit, dass Ihr Fahrzeug die AU besteht.