Turbolader sind thermisch und mechanisch hochbelastet. Sie laufen mit 100.000–300.000 Umdrehungen pro Minute bei Temperaturen bis 900°C auf der Heißseite. Öl- und Verbrennungsrückstände lagern sich im Turbogehäuse und am VTG-Mechanismus (Variable Turbinengeometrie) ab – mit messbaren Folgen.
Wie Ablagerungen im Turbolader entstehen
Öl-Coking: Motoröl schmiert und kühlt das Turbolager. Bei heißem Abstellen (Motor sofort aus, ohne kurzes Laufenlassen) kacht das Öl im Lager – es entstehen harte Ölrückstände (Coke). Über Zeit setzen sich diese im Lagerkanal fest.
VTG-Verkokung (bei Diesel-Turbos): VTG-Leitschaufeln steuern den Abgasstrom auf die Turbine. Bei vielen Kurzstrecken – niedriger Last, niedriger Abgastemperatur – brennen Rußpartikel nicht vollständig ab und setzen die VTG-Schaufeln fest. Symptom: Leistungsverlust bei mittlerer Drehzahl, Ladedruckprobleme.
Kompressorseite: Ölaustritt aus der Wellendichtung (bei Turbolagerverschleiß) belegt die Kompressorschaufeln mit öligem Film, der Staub und Partikel bindet. Verdichtungsleistung nimmt ab.
Wirkung der H2-Motorreinigung auf den Turbo
Der Wasserstoff-Sauerstoff-Dampf gelangt über den Ansaugtrakt in den Verdichterkanal des Turbos. Dort reagiert er mit Kohlenstoffablagerungen. Gleichzeitig gelangt der Dampf über den Abgaskanal des Motors zur Turbinenseite.
Was möglich ist:
- Leichte bis mittlere Ablagerungen auf Verdichterrad und -gehäuse können aufgeweicht und durch den Abgasstrom ausgetragen werden
- VTG-Ablagerungen bei leichter Verkokung können gelöst werden – VTG-Schaufeln bewegen sich wieder freier
- Lagerkanal: Zugang ist begrenzt, aber durch zirkulierendes Öl während der Reinigung teilweise erreichbar
Was H2-Reinigung nicht kann:
- Mechanisch festgefressene VTG-Schaufeln lösen (hier ist Turbo-Demontage + manuelle Reinigung nötig)
- Lagerversagen durch Ölcoking rückgängig machen
- Beschädigte Verdichterräder wiederherstellen
Diagnose vor der Reinigung
Ob eine H2-Reinigung beim Turbo helfen kann, hängt vom Schadensbild ab:
XENTRY/ODIS Ladedruck-Diagnose: Ist-Wert vs. Soll-Wert des Ladedrucks. Wenn der Ladedruck-Istwert deutlich unter dem Sollwert liegt und kein mechanischer Schaden vorliegt: Ablagerungen als Ursache wahrscheinlich.
VTG-Stellmotor prüfen: Elektrischer oder pneumatischer Stellmotor steuert VTG. Wenn der Stellmotor in Ordnung ist, aber die Schaufeln sich nicht vollständig bewegen: mechanische Festsetzung durch Ablagerungen.
Sichtprüfung Kompressorseite: Luftfilter abnehmen, Taschenlampe in das Kompressorgehäuse. Sichtbare Ablagerungen auf den Schaufeln? Öl-Film?
Wann Turbo-Demontage die bessere Wahl ist
Bei schwerer VTG-Verkokung ist H2-Reinigung allein nicht ausreichend. Turbo ausbauen, VTG-Mechanismus manuell reinigen, dann wieder einbauen. Das ist aufwendiger, aber das einzige Mittel bei schwerer Verkokung.
Nach einer VTG-Reinigung (manuell oder H2-assistiert): Fahrstil anpassen. Nach Autobahn- oder Landstraßenfahrt nicht sofort abstellen – kurz laufen lassen (1–2 Minuten), damit sich das Turbolager abkühlt.
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