Die Abgasuntersuchung (AU) ist Teil der Hauptuntersuchung (HU) und prüft, ob ein Fahrzeug die gesetzlich vorgeschriebenen Abgasgrenzwerte einhält. Fahrzeuge, die knapp an der Grenze liegen oder durch die AU gefallen sind, stellen die Frage: Was tun? H2-Motorreinigung ist in vielen Fällen eine sinnvolle Maßnahme – aber nicht in allen.
Was die AU genau misst
Die Abgasuntersuchung analysiert das Abgas am Auspuff unter definierten Bedingungen (Leerlauf und erhöhte Drehzahl):
Benziner (§ 47a StVZO):
- CO (Kohlenmonoxid): Grenzwert variiert je nach Schadstoffklasse
- HC (unverbrannte Kohlenwasserstoffe): zeigt unvollständige Verbrennung
- Lambda (Luftzahl): Verhältnis Luft zu Kraftstoff, sollte bei 1,00 ± 0,03 liegen
Diesel (OBD-Prüfung + Rauchwert):
- OBD-Kommunikation: Steuergerät meldet keine emissionsrelevanten Fehler
- Rauchwert (k-Wert): Partikelemission unter Beschleunigung
Ursachen für erhöhte Abgaswerte
Erhöhte CO- oder HC-Werte beim Benziner entstehen durch:
- Verbrennungsrückstände: Ablagerungen an Ventilen und Kolbenböden führen zu unvollständigerer Verbrennung
- Zündungsprobleme: Defekte Zündkerzen oder Zündkabel verursachen Aussetzer – unverbrannter Kraftstoff gelangt ins Abgas
- Lambdaregelung: Ein veralteter oder defekter Lambdasensor regelt das Gemisch unpräzise
- Motorzustand: Verschlissene Kolbenringe ermöglichen Ölverbrennung – erhöht HC
Erhöhter Dieselrauchwert entsteht durch:
- Verbrennungsrückstände: Verschmutzte Einspritzdüsen oder Ansaugtrakt erhöhen die Partikelbildung
- Turboladerproblem: Schlechte Ladeluft-Kühlung oder Ladedruck-Probleme
- Motoröl: Verschmutztes oder altes Öl wird mit verbrannt
Was H2-Motorreinigung bei der AU bewirkt
H2-Motorreinigung entfernt Verbrennungsrückstände im Brennraum – besonders an Kolbenböden, Einlassventilen und Brennraumwänden. Das verbessert die Vollständigkeit der Verbrennung.
Bei Benzinern: Reduzierte HC-Emissionen durch sauberere Brennräume. Lambda-Wert stabilisiert sich, wenn der Lambdaregelkreis durch saubere Bedingungen präziser regeln kann.
Bei Dieseln: Reduzierter Rauchwert durch weniger Partikelbildung aus Ablagerungen. Besonders bei Fahrzeugen, die lange Zeit im Stadtverkehr gefahren wurden, ist der Effekt messbar.
Unsere Praxis: Wir messen AU-relevante Werte vor und nach der H2-Behandlung. So sehen Sie schwarz auf weiß, ob der Effekt eingetreten ist – und können mit diesen Messprotokollen zum HU-Termin fahren.
Wann H2-Reinigung bei der AU nicht hilft
H2-Motorreinigung ist keine Universallösung für schlechte AU-Werte. Sie hilft nicht bei:
- Defektem Lambdasensor: Wenn der Sensor kaputt ist, regelt das Fahrzeug falsch. Eine Reinigung ändert daran nichts – der Sensor muss getauscht werden.
- Defekten Zündkerzen: Aussetzer durch verschlissene Kerzen führen zu massiv erhöhten HC-Werten. Neue Kerzen sind hier die Lösung.
- Verschlissenen Kolbenringen: Ölverbrennung durch defekte Ringe ist kein Reinigungsproblem.
- Motorschäden: Technische Defekte erfordern Reparatur, keine Reinigung.
- Katalysatorschwäche: Ein wirkungsloser Kat wandelt CO und HC nicht mehr um – weder vor noch nach der Reinigung.
Richtige Diagnose zuerst: Vor der H2-Behandlung sollten die Fehlercodes ausgelesen werden. Wenn das Motorsteuergerät einen emissionsrelevanten Fehler gespeichert hat (Lambdasonde, AGR, Einspritzdüse), ist dieser Fehler die eigentliche Ursache für erhöhte Abgaswerte – und muss behoben werden.
Praxisablauf bei uns
- Auslesen der Motorfehler (OBD-Diagnose)
- Messung der aktuellen Abgaswerte (Vorab-Protokoll)
- H2-Motorreinigung (ca. 45–60 Minuten Behandlungszeit)
- Warmlaufphase nach Behandlung
- Nachmessung der Abgaswerte (Nachher-Protokoll)
- Ergebnis und Empfehlung: HU-fähig oder weitere Maßnahmen nötig?
H2-Motorreinigung mit AU-Vor- und Nachmessung. Wir sagen Ihnen vorher, ob die Behandlung bei Ihrem Fahrzeug Sinn ergibt. Telefon: 05505 5236.