Prüfstand-Leistungsmessung – was die Zahlen wirklich bedeuten

Rollenprüfstand-Ergebnisse richtig interpretieren: Radleistung vs. Motorleistung, warum Werte zwischen Prüfständen abweichen und was ein valides Messergebnis ausmacht.

Prüfstand-Leistungsmessung – was die Zahlen wirklich bedeuten

Prüfstandsergebnis lesen – klingt einfach, ist es nicht. Viele Missverständnisse entstehen durch fehlendes Hintergrundwissen.

Radleistung vs. Motorleistung

Was ein Rollenprüfstand misst: Radleistung (an den Antriebsrädern). Was der Hersteller angibt: Motorleistung (an der Kurbelwelle). Der Unterschied: Antriebsstrang-Verluste durch Getriebe, Differential und Kardanwellen.

Typische Verluste:

  • Frontantrieb, Schaltgetriebe: ca. 10–12% Verlust
  • Allrad, DSG: ca. 12–16% Verlust
  • Hinterantrieb, Automatik: ca. 10–14% Verlust

Beispiel: BMW 320d 190 PS (Werksangabe) → ca. 160–165 PS Radleistung auf dem Prüfstand ist normal und zeigt kein Problem.

Warum Werte zwischen Prüfständen abweichen

  • Prüfstandstyp: Dynapac, Bosch, Maha, Rototest – alle haben leicht unterschiedliche Messmethoden und Korrekturfaktoren
  • Umgebungstemperatur und Luftdichte: Korrekturnorm (SAE, DIN, ISO 1585) beeinflusst ausgewiesene Leistung um bis zu 5%
  • Reifendruck und Fahrbahntemperatur: Einfluss auf Rollwiderstand
  • Aufwärmzustand: Motor muss Betriebstemperatur haben, Getriebe auch

Vergleiche zwischen verschiedenen Prüfständen sind nur bedingt aussagekräftig. Vergleichbar ist: Vorher/Nachher auf dem gleichen Prüfstand.

Was ein valides Messergebnis zeigt

Beim Tuning zählt die Differenz: Was wurde gewonnen? Ein repräsentatives Ergebnis erfordert mindestens 3 identische Messläufe, Abweichung unter 2% zwischen den Läufen, gleiche Umgebungsbedingungen bei Vor- und Nachher-Messung.

Bei uns: 3 Messläufe, Durchschnittswert, Protokoll mit Leistungskurve und Drehmomentkurve als PDF.


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