Oldtimer bei der Hauptuntersuchung – was wird geprüft?

HU beim Oldtimer: andere Prüfmaßstäbe als beim Neuwagen, aber keine freie Fahrt. Was Prüfer wirklich schauen, was die H-Kennzeichen-Vergabe erleichtert und wo typische Probleme liegen.

Oldtimer bei der Hauptuntersuchung – was wird geprüft?

Oldtimer haben bei der HU besondere Regelungen – aber das bedeutet nicht, dass Prüfer beide Augen zudrücken.

Der zeitgemäße Zustand als Maßstab

Das entscheidende Prüfkriterium beim Oldtimer (§ 21a StVZO): Der Prüfer bewertet das Fahrzeug nach den Anforderungen die zum Zeitpunkt seiner Erstzulassung galten – nicht nach heutigen Normen.

Konkret: Ein Fahrzeug von 1968 muss keine modernen Sicherheitsgurte hinten haben, wenn es damals nicht vorgeschrieben war. Es muss aber einwandfrei bremsen, lenken und keine gefährlichen Mängel haben.

Was immer geprüft wird

Unabhängig vom Baujahr: Bremswirkung (Bremskraftverteilung, Ausreißen), Lenkspiel, Achsspiel (Kugelgelenke, Traggelenke), Beleuchtung (Funktion), Karosserie-Substanz (sicherheitsrelevanter Rost an Längsträgern, Federtellern), Rahmen-Integrität bei Fahrzeugen mit Leiterrahmen.

Wo Oldtimer typisch auffallen

  1. Bremsen: Original-Trommelbremsen werden nach Originalmaßstab gemessen. Aber: Bremsbeläge können verglast oder verharzt sein – sofortige Mängelursache.
  2. Fahrwerk: Gummilager verhärtet und gerissen → Lenkspiel zu groß. Typisch bei ungepflegten Fahrzeugen.
  3. Karosserie: Rost an Federtellern und Längsträger-Aufnahmen ist sofortiger Mangel – unabhängig vom Baujahr.
  4. Scheinwerfer: Umbauten auf moderne H4/LED ohne Eintrag: Mangel.

H-Kennzeichen und HU

Für das H-Kennzeichen (Historisches Fahrzeug) muss das Fahrzeug min. 30 Jahre alt sein und sich in einem gepflegten, weitgehend originalen Zustand befinden. Die HU-Plakette gilt trotzdem alle 2 Jahre.


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