„Ich habe den Unterboden versiegelt – das reicht doch?” Nicht ganz. Unterbodenversiegelung und Hohlraumversiegelung schützen verschiedene Bereiche vor verschiedenen Angriffspunkten der Korrosion.
Unterbodenversiegelung: äußerer Schutz
Unterbodenversiegelung schützt die sichtbaren Metallunterflächen: Bodenbleche, Längsträger von außen, Federtöpfe, Bremslinien-Brücken. Das Material (Unterbodenschutz auf Bitumen-, Kautschuk- oder Wachsbasis) versiegelt die Oberfläche gegen Steinschlag, Feuchtigkeit und Salzwasser.
Was es kann: Schutz gegen Steinschlagkorrosion, Verhinderung von Außenkorrosion auf flachen Flächen.
Was es nicht kann: Schutz von Hohlräumen, in die Wasser von innen eindringt. Die Innenseite von Schwellern, Türunterkanten, A-/B-/C-Säulen und Längsträgern ist von außen nicht erreichbar.
Hohlraumversiegelung: innerer Schutz
Hohlraumversiegelung greift von innen. Ein kriechfähiges Fluid (z.B. Fluid Film, Mike-Sanders-Fett) wird über Einstecklöcher in den Hohlraum eingesprüht oder eingefüllt. Das Fluid kriecht durch Kapillarwirkung in alle Ritzen und Verbindungspunkte.
Was es kann: Schutz von Hohlräumen, Verhinderung von Innenkorrosion an Stellen, die von außen unzugänglich sind.
Interval: Mike-Sanders-Fett: alle 2–4 Jahre erneuern. Fluid Film: jährlich (Kurzzeitschutz, günstiger). Flüssig aufgetragene Hohlraumversiegelung: 5–8 Jahre.
Warum beide Maßnahmen zusammengehören
Korrosion an Fahrzeugen beginnt typischerweise von innen in Hohlräumen, nicht außen an versiegelten Flächen. Hohlräume füllen sich mit Kondenswasser und Straßenschmutz über Undichtigkeiten an Karosserie-Nähten.
Optimaler Schutz: Hohlraumversiegelung von innen + Unterbodenversiegelung von außen = vollständiger Korrosionsschutz für beide Angriffspunkte.
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