Neues Lenkgetriebe eingebaut, aber die Lenkung zieht leicht nach rechts – und die ESP-Leuchte leuchtet. Das ist kein Montagefehler, sondern eine fehlende Kalibrierung.
Warum EPS nach Tausch kalibriert werden muss
Die elektronische Servolenkung (EPS) beim VW Golf 7/8, Audi A4 B8/B9 oder Skoda Octavia 3 hat einen Drehmomentsensor in der Lenksäule. Dieser Sensor hat einen elektronischen Nullpunkt – die Position bei der geradeaus gefahren wird ohne Kraft.
Nach einem Lenkgetriebeaustausch oder Lenksäulentausch stimmt dieser Nullpunkt nicht mehr. Das neue Bauteil hat keine gespeicherten Werte. Ergebnis: EPS gibt asymmetrische Unterstützung, die Lenkung fühlt sich ungleichmäßig an.
Was ODIS dabei tut
ODIS führt die EPS-Grundkalibrierung durch:
- Fahrzeug in Geradeausstellung bringen (Lenkrad zentriert)
- ODIS setzt den Drehmomentsensor-Nullpunkt
- Abgleich mit Lenkwinkelsensor (LWS)
Der Lenkwinkelsensor (LWS) ist ein separater Schritt: Er sitzt im Lenkradmodul und kennt die absolute Winkelposition des Lenkrads. Nach Achsvermessung oder Lenkungseingriff: LWS-Grundeinstellung in ODIS, damit ESP und ESC wieder korrekte Referenzwerte haben.
Reihenfolge der Kalibrierungen
- Lenkungstausch mechanisch abschließen
- Achsvermessung durchführen (Spur auf Sollwert setzen)
- ODIS EPS-Kalibrierung (Drehmomentsensor-Nullpunkt)
- ODIS LWS-Grundeinstellung (Lenkwinkelsensor-Reset)
- Probefahrt: ESP aktiv, keine Warnung, Lenkung neutral
Wer Schritt 3 und 4 weglässt, bekommt ESP-Fehler (C1175) und ein Fahrzeug das minimal in eine Richtung zieht.
EPS-Fehler nach Lenkungsarbeit? Per WhatsApp Fehlercode und Fahrzeug nennen – ODIS-Kalibrierung in einem Termin.